Die Kinder füllen verschiedene Kräuter und Gewürze jeweils in leere Filmdosen, z. B. Pfefferminze, Kamille, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Basilikum, Anis. Auf jede Duftprobe geben sie etwas Watte, damit man die Kräuter und Gewürze nicht sehen kann. Zum Vergleich stellen sie identische Proben offen, also ohne Watte, auf den Tisch. Die Kinder versuchen nun, die Proben einander zuzuordnen. Alternativ werden Gewürze und Pflanzen sowie entsprechende ätherische Öle in Riechfläschchen bereitgestellt. Die Kinder ordnen die Pflanzen bzw. Gewürze den Riechfläschchen zu. Je öfter sie mit den unterschiedlichsten Düften üben, desto sicherer werden sie unterscheiden können. Wenn die Kräuter – vielleicht sogar aus dem eigenen Kräutergarten – auch fürs gemeinsame Kochen verwendet werden, verstehen die Kinder, wie ihr Essen schmeckt.
Viele verschiedene Lebensmittel, z. B. unterschiedliche Obstund Gemüsesorten, Brot, Nudeln oder Reis liegen auf einem Tisch. Die Kinder bilden einen Stuhlkreis und dürfen nach dem Prinzip des Spiels „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist …“ jeweils ein Lebensmittel beschreiben, z. B. dessen Farbe, die Größe und Form (rund, länglich, groß, klein), die Beschaffenheit der Schale, bzw. Haut oder Oberfläche (glatt, rau, noppig, runzelig, stachelig …). Auf diese Weise lernen die Kinder Eigenschaften eines Lebensmittels mit den Augen wahrzunehmen. Auch verbessert die Übung die Sprachkompetenz, denn die Kinder verleihen in der Beschreibung des Lebensmittels ihrer Wahrnehmung sprachlichen Ausdruck.
Wenn die Kinder „ihr“ Lebensmittel im Anschluss an die Übung malen (ältere Kinder können das Lebensmittel z. B. eingebettet in eine bestimmte Ess-Situation zeichnen), verleiht dies der Wahrnehmung ebenfalls Ausdruck und macht zusätzlich aufmerksam auf die Eigenschaften und Bedeutung von Lebensmitteln.
Für den Fühltest werden Obst- und Gemüsesorten mit unterschiedlichen Formen und Schalen auf den Tisch gelegt, z. B. Äpfel, Kiwis, Bananen, Ananas, Gurken, Salatblätter, Blumenkohl, Kohlrabi. Darüber breiten Sie ein Tuch oder eine Tischdecke. Die Kinder greifen nun unter das Tuch und versuchen das Obst und Gemüse durch „befühlen“ zu erraten. Anschließend dürfen sie die Lebensmittel untereinander aufteilen und essen.
Bei Kindern sind die Augen oft größer als der Bauch. Damit sie ihren Teller nicht stets überfüllen, sollten sie an das richtige Augenmaß herangeführt werden, z. B. auf diese Weise: „Wir nehmen uns zunächst nur ein bisschen. Wenn wir den Teller in Ruhe geleert haben und unser Bauch noch hungrig ist, nehmen wir uns noch ein wenig nach. Wenn wir schon satt sind, essen wir nicht weiter – es darf auch ein Rest auf dem Teller bleiben.“ Auf diese Weise lernen die Kinder, mit kleinen Portionen zu beginnen und anschließend zu reflektieren, ob sie bereits gesättigt sind oder eine weitere Portion benötigen.
Ein gemeinsamer Besuch auf dem Wochenmarkt: die vielen Gerüche wahrnehmen, Obst- und Gemüsesorten kennenlernen, probieren und vergleichen.
Geht es um die Prävention von Übergewicht bei Kindern, dürfen die damit verbundenen Zielgruppen nicht aus den Augen verloren werden. Erziehungsberechtigte sind die wichtigsten Bezugspersonen von Kindern.