
Kinder und Jugendliche sind bereits sehr früh einer Reihe von Faktoren ausgesetzt, die in ungünstiger Kombination die Entstehung von Übergewicht und Adipositas fördern können. Hierzu zählen gesellschaftliche und demographische Faktoren, aber auch das Erziehungsverhalten und der Lebensstil der Eltern [2].
Die Ergebnisse der KiGGS-Studie zeigen neben Daten zur Befundhäufigkeit von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen auch deren Verhaltensweisen im Alltag auf sowie auf sie einwirkende potenzielle Risikofaktoren [1].
Zum Verringern des Einflusses dieser Risikofaktoren auf die Gewichtsentwicklung eignen sich besonders Maßnahmen der Primärprävention. Auch angesichts der weitreichenden Folgen von Übergewicht, sind frühzeitige Interventionen von äußerst hoher medizinischer, sozialer und gesundheitspolitischer Relevanz [2].
Diese primären Interventionen können sich an Einzelne oder an Gruppen richten, wobei gruppenfokussierte Interventionen von höherem Erfolg und gesamtgesellschaftlichem Nutzen sind. In diesem Zusammenhang hat sich bislang der Settingansatz als besonders effektiv erwiesen. Die settingbezogenen Interventionen können überall dort durchgeführt werden, wo Kinder und Jugendliche leben und lernen. Eine besondere Bedeutung wird hier den Settings Kita und Schule beigemessen, da diese durch nahezu alle Kinder und Jugendlichen in ihrem Leben besucht werden.
Der Settingansatz ist der Verhältnisprävention zuzuordnen. Hier zielen alle präventiven Maßnahmen darauf, die Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen so zu gestalten, dass diese ihrer Gesundheit zuträglich sind. Im Zuge der Verhältnisprävention ist die Verhaltensprävention, bestehend aus gezielter Weitergabe von Informationen und Gesundheitserziehung, von nicht minderer Bedeutung für die Primärprävention. Nur eine Kombination bzw. eine Inkludierung von Verhaltensprävention innerhalb der Verhältnisprävention kann größtmögliche positive Effekte hervorbringen. Die Gesundheitspotenziale der Kinder und Jugendlichen zu erkennen und diese zu fördern bilden dabei die wichtigsten Bestandteile des Präventionsprozesses [2].
Für die Entstehung von Übergewicht besteht bisherigen Erkenntnissen nach innerhalb einzelner Lebensabschnitte ein erhöhtes Risiko. Hier wird zwischen verschiedenen Lebensphasen unterschieden, in denen Risikofaktoren einen besonders großen Einfluss auf die Gewichtentwicklung haben können [2].









