Das Netzwerk in der Öffentlichkeit

Öffentlichkeitsarbeit ist für Netzwerke eine wichtige Aufgabe, denn es ist bei seiner Gründung noch unbekannt. Durch eine gute Vorbereitung gelingt mit relativ wenig Aufwand viel Wirkung und ein guter Start. Der erste Auftritt ist daher für die Imagebildung von entscheidender Bedeutung: Die öffentliche Präsentation zeigt, wie professionell und fachlich seriös das Netzwerk ist. Da sehr unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden müssen, ist auch bei der Öffentlichkeitsarbeit ein gut geplantes Vorgehen ratsam. Auch kleine Institutionen können mit wenig Aufwand von sich reden machen.

Der richtige Anlass für Öffentlichkeitsarbeit

Alle Formen der Öffentlichkeitsarbeit be nötigen einen Anlass, der für die jeweiligen Zielgruppen mindestens eine relevante Information beinhaltet.

Es gibt zwei Arten von Anlässen für Pressearbeit:

  1. Die Umwelt gibt einen Anlass, an den die Pressemeldung anknüpft (z.B. politische Entscheidungen, aktuelle Debatten zur Kindergesundheit, Veröffentlichung einer Studie zu Ernährung und Gesundheit u. v. m.). Das erfordert meist ein schnelles, aktuelles Vorgehen.
  2. Alternativ kann ein eigener Anlass geschaffen werden.

Beispiele für Anlässe und Maßnahmen zur Übergewichtsprävention bei Kindern. Man kann

  • mit Erscheinen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Folgen des frühen Übergewichts und die Präventionsschritte des Netzwerks berichten;
  • als Reaktion auf Zeitungsartikel in Leserbriefen auf die aktuelle Misslage von betroffenen Familien hinweisen;...

Planungsfragen für die Öffentlichkeitsarbeit

Folgende Fragen sind hilfreich, wenn die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit geplant wird:

  • Kernfrage: Welche Ergebnisse sollen erreicht werden? (Zielbestimmung)
  • Wer sind die Adressaten? (Zielgruppen)
  • Welche Informationen werden veröffentlicht? (Themenplanung)
  • Wann werden Informationen "gesendet"? (Zeitplanung)
  • Wie erreichen wir die Adressaten? (Art des Mediums)
  • Wo gibt es Unterstützer, Verbündete, Institutionen mit ähnlichen Zielen?

...

Um wen geht es eigentlich? Zielgruppen gezielt ansprechen

Die Frau auf der Straße, der Bundestagsabgeordnete oder die Stadträtin, die Arbeitgeberin, der Journalist, die Fachexperten aus der Uni und viele Personengruppen mehr sind Teil der so genannten Öffentlichkeit. Nicht alle sind gleich wichtig für die Themen des Netzwerks. Nicht alle interessieren sich für dieselben Themen. Und nicht alle sind auf demselben Weg zu erreichen. Deshalb wird zwischen bestimmten Zielgruppen unterschieden. Während der Projektplanung wird festgelegt, welches die wichtigsten Gruppen sind. Die adressatengerechte Ansprache ist daher zentral für jede Kommunikation. Die Übersicht zeigt vier Grundtypen von Ansprechpartnern sowie ihre Besonderheiten.

 

Quelle: Abbildung und Text sind der <link...

TIPP: gemeinsam kommunizieren

Allem voran gilt es, vorhandene Kontakte im Netzwerk gezielt zu nutzen. Die abgestimmten Netzwerkziele können von jedem Netzwerkpartner über die jeweiligen persönlichen Kontakte an die richtigen Personen überbracht werden.

Eigene gewohnte Kommunikationskanäle können beibehalten und auch für die Öffentlickeitsarbeit des Netzwerks genutzt werden. Eine Kontaktmatrix aller Netzwerkpartner (Tabelle oder Schaubild) hilft dabei, im Blick zu behalten, welcher Netzwerkakteur bereits beruflich oder privat Kontakte zu welchen Journalisten, Politikern, Organisationen und in die Verwaltung hat.

Auf die Presse zugehen

Gerade zu Beginn der Pressearbeit ist ein persönliches Gespräch mit dem zuständigen Redakteur die Basis für eine effektive Zusammenarbeit. Zunächst sollte der zuständige Redakteur für lokale Themen, Gesundheit, Ernährung oder Sport etc. erfragt werden. Nur so können Informationen an die richtigen Personen weitergeleitet werden. Und auch umgekehrt gilt, dass Journalisten wissen wollen, wer ihre Ansprechpartner sind. Der direkte Kontakt kann also durchaus im gegenseitigen Interesse sein.

Wege der Kontaktaufnahme zur Presse

  • Telefonischer Kontakt in die Redaktion,
  • Einladung in eine Einrichtung oder zu einem Netzwerktreffen,
  • Auch auf netzwerkfremden Veranstaltungen ruhig direkt auf die Presse zugehen (nicht stören!).


Der Kontakt mit dem...

Handwerkszeug Presseverteiler

Der Mannheimer Morgen hat eine höhere Auflage als Die Welt. Und die Augsburger Allgemeine wird von doppelt so vielen Menschen gelesen, wie die Frankfurter Rundschau. Lokalzeitungen werden oft unterschätzt. Sie tragen jedoch maßgeblich zur Meinungsbildung bei und genießen eine hohe
Glaubwürdigkeit bei ihren Lesern - und das ist wichtig für regionale Netzwerke. Zusätzlich zu den großen Tageszeitungen sollten daher im Presseverteiler auch die lokalen Radio- und Fernsehsender sowie die kostenlosen Wochenund Anzeigenblätter enthalten sein. Auch Newsletterdienste, Fachmedien, Internetzeitungen und Regionalportale sollten mit beschickt werden. ...

Den Journalisten die Arbeit erleichtern

Ein großer Teil der Nachrichten, die in den Medien veröffentlicht werden, beruht auf Pressemitteilungen, die bei Journalisten und Redaktionen eingehen. Mehr als drei Viertel davon werden jedoch nicht gelesen. Wer erreichen möchte, dass Journalisten über das Netzwerk oder die Netzwerkanliegen schreiben, sollte auf die richtige Ansprache und Formulierung achten: Journalisten arbeiten unter Zeitdruck, bekommen täglich mehrere Hundert Meldungen und müssen schnell Schwerpunkte setzen. Sauber recherchierte und brauchbare Informationen, erreichbare Ansprechpartner sowie gut vorbereitete Hintergrundinformationen erleichtern den Journalisten die Arbeit.

Der Nachrichtenwert: Eine Meldung ist interessant, wenn sie

  • aktuell ist.
  • viele Menschen...

Pressemitteilungen schreiben

Die Grundlage für eine erfolgreiche Pressearbeit ist die Auswahl dessen, was wirklich berichtenswert ist. Anschließend wird die Information so aufbereitet, dass sie dem Journalisten ins Auge fällt, er sie versteht und für die eigene Arbeit verwerten kann. Die erste Frage ist also: Hat die Mitteilung einen
Nachrichtenwert für die Öffentlichkeit? Ist dieser Anlass/das Ereignis für Leser oder Zuhörer von Bedeutung? Einige Regeln helfen beim Verfassen des Textes:

  • Die Pressemitteilung sollte bereits mit der Überschrift Interesse
    wecken.
  • Die Pressemitteilung muss die sechs W-Fragen beantworten: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Es sollte keine Frage offen bleiben.
  • Zitate lockern den Text auf (beispielsweise des Vorstandes, einer Expertin, einer...

Eine Pressemitteilung versenden

Grundsätzlich werden Pressemitteilungen per E-Mail oder per Fax verschickt. Kleinere Institutionen verschicken Pressemitteilungen oft nur per E-Mail. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es geht schnell, macht wenig Arbeit und kann von jedem Computer aus erledigt werden. E-Mail-Adressen sind allerdings kurzlebiger als Faxnummern. Meldungen sollten daher neben den für das Thema zuständigen Personen auch immer an allgemeine E-Mail-Adressen wie z. B. redaktion.dortmund@waz.de oder lokales@abendzeitung.de gesendet
werden. ...

Das Pressegespräch

Ein Pressegespräch ist die kleinere und weniger formelle, dafür persönlichere Variante einer Pressekonferenz. Daher ist es für die Arbeit kleinerer Institutionen oder für Netzwerke genau das richtige Instrument, um mit Journalisten direkt in Kontakt zu treten.

Geeignete Anlässe für ein Pressegespräch sind z. B.:

  • Die Netzwerk-Kampagne wird angestoßen.
  • Die Ergebnisse und Forderungen einer Konferenz werden bekannt gegeben.
  • Ein neues Bewegungsangebot des Netzwerks geht an den Start.
  • Ein Projekt zur Übergewichtsprävention ist in einer Netzwerk-KiTa gestartet.
  • Die Gewinner eines Wettbewerbs werden vorgestellt. 
  • u.v.m.

...

Tipps für Pressegespräche

Zeitpunkt: Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag zwischen 9:30 und 11:30 Uhr. Denn ab mittags wird in den Redaktionen geschrieben. Der Freitag ist tabu, am Montag wird die Woche geplant.

Konkurrenz: Stellen sie sicher, dass keine andere Pressekonferenz am selben Tag stattfindet oder die Journalisten mit einem anderen großen Event in der Stadt beschäftigt sind.

Atmosphäre: Tisch und Stühle so stellen, dass die Journalisten den Referenten gegenüber sitzen. Getränke bereitstellen, Moderation festlegen,  Namensschilder aufstellen.

Organisation: Ggf. ein Motiv für ein Pressefoto vorbereiten, Ablauf abstimmen (Begrüßung, Anlass, Statements, Fragen/Antworten, Abschluss),  Teilnahmeliste für die Journalisten auslegen (Name, Adresse, Medium, E-Mail,...

Sonderfall Interview

Als Reaktion auf eine Pressemeldung ruft eine Journalistin an und bittet um ein kurzes Interview. Zunächst sollte geklärt werden:

  • Welche Themen genau angesprochen werden,
  • In welchem Zusammenhang das Interview steht,
  • Wie lang es dauern soll,
  • Wie und wo es ablaufen soll.

Denn egal ob Zeitung, Radio oder Fernsehen – jedes Interview
bedarf einer guten Vorbereitung - erst Recht, wenn man es nicht gewöhnt ist in Kameras und Mikrofone zu sprechen.

Vorbereiten für ein Interview

  • Eine gute inhaltliche Vorbereitung ist wichtig, um auf die Fragen sachlich kompetent antworten zu können.
  • Die Übung mit einem Partner oder vor dem Spiegel kann gegen Lampenfieber helfen.
  • Die eigene Sprache sprechen macht glaubwürdig und sicherer. Eine künstlich...

Leserbriefe mit Methode

Ein gutes Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist gerade für kleinere Institutionen der Leserbrief. Er kann von jedem geschrieben werden, beweist mit fundierten Aussagen Expertise, die Kosten sind minimal und die Abdruckwahrscheinlichkeit ist hoch.

Bei Leserbriefen sind einige Hinweise zu beachten:

  1. Der Text muss sich auf einen bereits abgedruckten Artikel beziehen, das heißt, die Leser wissen bereits etwas über das Ereignis.
  2. Er ist kein redaktioneller Beitrag: Das heißt, der Schwerpunkt liegt nicht auf der Meldung, sondern der eigenen Meinung oder Expertise.
  3. Das scharfe und rationale Argument steht im Vordergrund, nicht das Schimpfen oder Beleidigen. Der Leserbrief vertritt ein klares Ziel bzw. eine These: Jeder Satz argumentiert genau für...

Kann "Regionen mit peb" bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen?

Ja, denn das Projekt fördert den Aufbau und die Arbeit von Netzwerken der Übergewichtsprävention (Gesundheitsförderung, Ernährung, Bewegung) insgesamt. "Regionen mit peb" hilft zum Beispiel beim Schreiben einer Pressemeldung genauso wie bei der Planung aller öffentlich wirksamen Aktivitäten vor Ort.

Darüberhinaus können Netzwerke mit einem Eintrag in der Netzwerkdatenbank unter erhalten. Dank eigener Adresse lassen sich die Seiten direkt ansteuern, z.B. wie beim Netzwerk "Saarpfalz mit peb - ein Landkreis macht sich fit": www.regionen-mit-peb.de/region/saarpfalz

Neu seit 4-2012: "Regionen mit peb" launcht neues Datenbanktool "Vernetzt vor Ort" für kommunale Netzwerke zur Kindergesundheit

Weitere Informationen zum Projekt "Regionen mit...

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