Arbeiten in Netzwerken

Irgendwie ist heutzutage jeder vernetzt. Sei es in berufsspezifischen Zusammenschlüssen, an einem runden Tisch zu einem bestimmten Thema, in den sozialen Netzwerken des Internets oder anderswo. Zielgerichtet in vernetzten Strukturen an einem gemeinsamen Auftrag zu arbeiten, ist dabei eine besondere Kunst und ohne Zweifel schwierig. Es gilt, neben dem Auftrag der eigenen Institution, die gemeinsame Aufgabe und dazugehörige gemeinsame Projekte im Auge zu behalten. Einige Fragen stellen sich dabei sowohl bei der Planung als auch beim "Vernetzen" selbst:

Voraussetzungen zielgerichteter Netzwerkarbeit

Für die Initiierung von Netzwerken sind vor allem gemeinsame Ziele und Vorhaben grundlegend. Je konkreter ein Ziel, die Rollenverteilung und die Umsetzungsschritte formuliert werden, desto wahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit. So können die Akteure besser ihren individuellen Nutzen der Netzwerkarbeit und ihr damit verbundenes Arbeitspensum erkennen. Die Identifikation mit dem Netzwerk steigt dadurch. Eine lose Verabredung auf nicht genau definierte Netzwerkziele und Arbeitsschritte führt dagegen selten zum Erfolg. ...

Was Netzwerke strukturell brauchen

Netzwerke sind im Idealfall als dynamische, ständig lernende Organisationsform auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Sie sind offen für neue Mitglieder und lassen Veränderungen zu. Den „one-best-way“, sie zu organisieren und zu strukturieren gibt es nicht. Sie sind kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Dennoch lassen sich einige grundlegende Merkmale festhalten, die dem Erreichen des gemeinsamen Ziels und damit verbundener Aufgaben zuträglich sind.

Netzwerke brauchen

  • einen In-Gang-Setzer mit Anliegen, Auftrag, Wunsch, Problem o.ä.
  • einen Kümmerer oder Koordinator (Koordinierungsstelle, Netzwerkmanager/-koordinator o.ä.), aber keinen „Alleinherrscher“.
  • Partner und Mitstreiter mit Entscheidungskompetenz für...

Grundannahmen zur Zusammenarbeit

bei „Regionen mit peb“

  • Die Netzwerke sind Verantwortungsgemeinschaften, die sich dem gemeinsamen Anliegen und Zweck der Förderung ausgewogenen Ernährungsverhaltens und mehr Bewegung für Kinder zusammenschließen.
  • Die Netzwerkpartner arbeiten auf Augenhöhe an gemeinsamen Aufgaben/Projekten und optimieren dabei ihre eigenen Angebote.
  • Die Netzwerkpartner tauschen sich regelmäßig über die eigenen Schritte und Angebote im Kontext des gemeinsamen Ziels aus.
  • Die Netzwerke haben einen Kümmerer (Koordinierungsstelle, Netzwerkmanager/-koordinator o.ä.), aber keinen „Alleinherrscher“
  • Jedes Netzwerk ist als dynamische, ständig lernende Organisationsform auf Nachhaltigkeit ausgelegt und ist offen für neue Mitglieder

Braucht man als Netzwerk ein Leitbild?

Handlungs- und entscheidungsleitende Funktion nicht unterschätzen

  • An einem Strang ziehen: Über die Ziele und Aufgaben herrscht bei den Beteiligten Konsens
  • Bestimmt die Arbeit des Netzwerks: Das Leitbild enthält die Eckpunkte und Ziele der gemeinsamen Arbeit
  • Handlungs- und entscheidungsleitend für die Netzwerkpartner: Das Leitbild ist der „Kodex“ für alle Netzwerkaufgaben
  • Identifikation mit dem Netzwerk: Nur wenn alle Mitglieder sich mit dem Leitbild identifizieren können, funktioniert das Netzwerk
  • Das Leitbild ist ein „Netzwerkvertrag“: Es bestimmt die Voraussetzungen und Ziele für die Zusammenarbeit und bindet die Mitglieder an diesen Handlungsrahmen
  • Die formale Unterzeichnung des Leitbilds trägt zur Verbindlichkeit bei

Zielsetzung des Leitbilds (bei „Regionen mit peb“)
Übergewichtsprävention/Gesundheitsförderung von Kindern in der Region XY durch gemeinsame, koordinierte Bewegungs- und Ernährungsangebote in Kindergärten/Kindertagesstätten und Schulen. Aufbau einer Verantwortungsgemeinschaft aus den lokalen/regionalen Akteuren.

...

Mögliche Netzwerkpartner in der Übergewichtsprävention

Viele KiTas und Grundschulen kooperieren bereits mit einzelnen Institutionen, Kinderärzten, anderen kommunalen Angeboten oder Sportvereinen. So bieten sie z. B. Elternabende zum Thema Ernährung mit einer Ernährungsberaterin oder Sportangebote für Eltern an. Gute Beispiele fußen auf vernetzten Kooperationen. ...

Netzwerke aufbauen – wie fängt man an?

Für die Zusammenführung verschiedener Akteure braucht es zunächst eine Phase der Selbstreflektion und schließlich die Definition einer gemeinsam wahrzunehmenden Problem- oder Bedarfslage. Dies kann in einzelnen Schritten geplant und realisiert werden:

1. Problem/ Bedarf erkennen:

  • Welches Problem, welchen Bedarf habe ich?
  • Warum ist das ein wichtiges Anliegen?
  • Welche Vorteile ergeben sich durch die Deckung des Bedarfs
    - für die Zielgruppe
    - für die eigene Institution
    - für die Kommune/Quartier/Stadtteil/Region etc.

2. Das eigene Anliegen, den Auftrag, die Wünsche, Probleme im fachlichen und ggf. politischen Kontext beschreiben:

  • Welche sind meine Ziele, um den Bedarf zu decken/das Problem zu lösen?
  • Was will ich erreichen?
  • Was kann ich selber...

Netzwerke brauchen Politik und Verwaltung

"Städte und Gemeinden haben elementare Bedeutung für das Leben ihrer Bewohner. Durch die Art, wie sie ihren Anforderungen gerecht werden, beeinflussen sie u.a. die sozialen und gesundheitlichen Entwicklungen eines Landes. Der Strukturwandel, eine rückläufige und alternde Bevölkerung sowie knappe Kassen stellen die Kommunalpolitik vor große Herausforderungen. Sie lassen sich am ehesten meistern, wenn alle Beteiligten, wie Kommunalverwaltung und -politik, Vereine, Verbände, die örtliche Wirtschaft und Bürgerinitiativen, bereit sind, sich zu engagieren, zusammenzuarbeiten und gegebenenfalls neue Wege zu beschreiten.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer gesundheitsförderlichen Kommunalentwicklung. Die Ausarbeitung...

Wie erreichen Netzwerke Politik und Verwaltung?

Der direkte Kontakt zu Politikern oder Verwaltungsleitungen ist kein Tabu. Politiker sind darauf angewiesen, Rückmeldungen, Beiträge und Vorschläge von Bürgern und Organisationen als direkte Antwort auf ihre Politik zu erhalten. Hieraus können politische Entscheidungen abgeleitet werden. Insofern kann ein persönlicher Termin oder die Bürgersprechstunde in Abgeordnetenbüros gut genutzt werden, um das Anliegen des Netzwerks vorzustellen und ggf. Informationsmaterial zu hinterlegen.
Bürgeranhörungen, Fach- und Wahlkampfveranstaltungen oder öffentliche politische Veranstaltungen können ein fruchtbarer Boden für das Bekanntmachen der Netzwerkanliegen und der damit verbundenen Expertise sein: z. B. über Wortbeiträge in Diskussionen. Auch für...

Weiterbildung & Co.

  • 23.02.2012 ver.di-Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover, Rotation, Sitzungsräume 1-6 / Haus C, 1. Etage

    Früh übt sich... - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kindertagesstätten im Spannungsfeld zwischen der Arbeit mit den Kindern und den Eltern

  • 27.02.2012 Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, Am Hospitalgraben, Weimar

    Stadt - Land - gesund. Partner und Strategien für gesundes Aufwachsen in der Kommune

    Die Fachtagung für Kommunen und Landkreise widmet sich einrichtungs- und ressortübergreifenden Fragestellungen der Kindergesundheit.
  • 09.03.2012 Technische Universität Berlin

    17. Kongress Armut und Gesundheit: Prävention wirkt! Impulse für erfolgreiche Strategien

    Vorankündigungstext zum 17. Kongress Armut und Gesundheit