Methoden für die Netzwerkarbeit

Wer Netzwerke - also Zusammenschlüssen vieler Experten unterschiedlichster Profession - leiten und mit ihnen arbeiten will, ist gut beraten, einen ganzen Koffer voller Methoden parat zu haben. Da die Zusammenarbeit freiwillig ist, geht es um Motivation zur langfristigen Zusammenarbeit, um die Moderation von Treffen und Sitzungen, um kreative Problemlöseprozesse und vieles mehr. Eine gute Moderation der Netzwerkprozesse ist dafür unabdingbar.

Was ist eigentlich Moderation?

Der Begriff „Moderation“ ist schon seit dem Altertum bekannt und heißt von der ursprünglichen Wortbedeutung ausgehend so etwas wie "Mäßigung" oder "Maß halten". Die heutigen Assoziationen sind oft stärker vom dem Bild des Fernseh- oder Rundfunkberaters geprägt.

Der Moderator bei Sitzungen und Treffen hat die Aufgabe, Gruppengespräche methodisch zu leiten, ohne sich dabei inhaltlich zu beteiligen und die Willensbildung der Gruppe zu beeinflussen. Seine Funktion ist es, für eine effektive Gestaltung von Gruppenkommunikation zu sorgen und die Gruppe zu ihrer optimalen (geistigen) Leistung zu führen.

Insofern ist Moderation hier als Methode zur Gruppenkommunikation zu verstehen, die durch drei Komponenten charakterisiert ist:

  • Vereinbarung...

Methoden

Destruktiv-konstruktiv

  • Methode geht von den negativen Seiten aus und sucht so nach Lösungen
  • Günstig, wenn es bereits mehrere Brainstormings gab
  • Vorteil: Bedenkenträger werden eingebunden
Regeln:
  1. Alle Bedenken sind wichtig
  2. Jeder Kritikpunkt wird bearbeitet
  3. Beim Sammeln von Lösungsvorschlägen keine Bewertung
Vorgehen:
  • Alle Kritikpunkte, Schwächen und Defizite, die eine Lösung des Problems verhindern könnten,...

Kopfstandmethode

Wie der Name sagt, bei der Umkehr-Methode wird etwas auf den Kopf gestellt - und zwar ein zu lösendes Problem. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie man z.B. mehr SchülerInnen zur Teilnahme am Schulessen bewegen kann, denken Sie darüber nach, wie man die Zahl der Schulessen verringern kann. Damit soll gezeigt werden, wie abhängig unser Denken von unserem jeweiligen...

Brainwriting

Einsatzgebiete:
  • wenn eine Vielzahl an möglichen Ideen erwartet werden kann
  • wenn die Teilnehmer nicht an einem Ort zusammenkommen können
  • wenn kein Moderator anwesend oder die Gruppe zerstritten ist 
Vorteile:
  • mehr Ideen als beim Brainstorming bei gleichem Zeitaufwand
  • Gruppendynamik beeinflusst nicht den Prozess
  • die Teilnehmer sind gedanklich unbewusst offen für viele...

SMART: Ziele festlegen - Ziele überprüfen

Ziele SMART zu formulieren hilft, rechtzeitig Abweichungen festzustellen und unterstützt bei einer strukturierten Reflexion von Fehlentwicklungen. Das schrittweise Zerlegen in Aktionsschritte und Meilensteine erleichtert das Herausfiltern jener Schritte, die nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben und schützt vor Überforderung. Ein Ziel sollte SMART sein, d.h.: Specific – Konkret: Ein Ziel ist kein vager Wunsch: ein Ziel sollte konkret, eindeutig und präzise - also ohne...

Wie Besprechungen effektiver werden

Rahmen
  1. Anwesenheitsliste mit Zeiten führen
  2. Sitzungsleitung festlegen
  3. Protokollverantwortlichen mit Formular für diese Sitzung auswählen
  4. Zeitüberwacher festlegen
  5. Tagesordnungspunkte sammeln
  6. Prioritäten der Gruppe feststellen
  7. Realistische Zeitabläufe festlegen
  8. Raum für sozialen Austausch lassen
  9. Zeit für „Götteranbetung“ lassen
  10. Ergebnisprotokoll der letzten Sitzung...

Verschiedene Fragearten

  • Offene Fragen: Alle Fragen die mit einem W-Fragewort beginnen, also wer, wie, was, wann, warum, weshalb, wo etc. Der Gesprächspartner kann hier in der Regel nicht mit einem „Ja“ oder „Nein“ antworten. Beispiel: „Wie kann ich Ihnen helfen?“

  • Geschlossene Fragen: Die Antwort lautet „Ja“ oder „Nein“. Beispiel: „Gefällt Ihnen diese Farbe?“

  • Informationsfragen: Das Ziel dieser Fragen ist es, das Wissen und Verständnis über eine Sache...

Mehrpunktabfrage

  • Übersicht aller Fragestellungen
  • Klare Schwerpunktsetzung der Gruppe erfolgt (Rangfolge)
  • Optisches Gewicht von Clustern wir neutralisiert
  • Vorteil: demokratische Beteiligungsform
Regeln:
  1. Keine Kommentare bei Erstellung der Liste.
  2. Erst überlegen, wo die Punkte hinsollen (ggf Nr. drauf schreiben), dann kleben.
  3. Rangfolge ist bindend.
Vorgehen:
  • Fragestellungen sammeln und...

Einpunktabfrage

  • Alle Teilnehmer/innen beziehen einen Standpunkt
  • Unterschiede werden schnell sichtbar; Diskussion möglich
  • Vorteil: einfach, schnell, visuell
Regeln:
  1. Alle bekommen Punkt in gleicher Farbe
  2. Keine Diskussion vorher
  3. Alle punkten möglichst gleichzeitig
Vorgehen:
  • Fragestellung festlegen
  • Punkten
  • Auswertung in der Gruppe 
Quelle: Handout zum...

Force-it

  • Eine Methode zur kreativen Ideenfindung
  • Mannschaftswettbewerb zum Erfinden der besten Lösungen
  • Aus scheinbar abwegigen Begriffen werden Ideen entwickelt
  • Vorteil: spielerischer Wettbewerb erhöht die Kreativität
Regeln:
  • Jeder gegenständliche Begriff und jeder Lösungsansatz ist erlaubt, keine Kritik!
  • Zeiten unbedingt einhalten
  • Humor ist dringend erforderlich!
Vorgehen:
  • Es werden zwei Mannschaften...

Lexikon- und Katalog-Methode

  • Eine Methode zur kreativen Ideenfindung/Reizworttechnik
  • Methode gegen Schubladendenken, da getrennte Erfahrungsbereiche durch Reizwörter miteinander verknüpft werden
  • Vorteil: Ideen werden ausgefallen
 Regeln:
  1. Jedes Wort/Bild wird bearbeitet
  2. Keine Kritik
  3. Verrückte Ideen sind willkommen
  4. Jeder sollte sich beteiligen
Vorgehen:
  • Benennen Sie Ihr Problem.
  • Schlagen Sie...

Ideenkarussel

  • spielerische Abwandlung des klassischen Brainstormings.
  • Teilnehmer bewegen sich von Stellwand zu Stellwand und visualisieren dort ihre Ideen zu unterschiedlichen Fragestellungen
  • Vorteil: Teilnehmer kommen in Bewegung, mehrere Fragen können gleichzeitig behandelt werden
Regeln:
  1. Alle Meinungen sind erlaubt, aber auch Kommentare!
  2. Phantasie ist Trumpf! Masse ist Klasse!
  3. Alles wird...

Kartenabfrage

Kartenabfragen eignen sich im Gegensatz zur Abfrage auf Zuruf immer dann gut, wenn Diskussion und Ergebnis visualisiert und dokumentiert werden müssen oder auch wenn Gruppen nocht so warm miteinander geworden sind. Kartenabfrage
  • zu einer Frage werden durch alle Teilnehmer Antworten, Ideen oder Fragen notiert
  • Karten werden allein (oder in Kleingruppen) geschrieben und dann verdeckt eingesammelt und auf Pinnwände gepinnt und dabei geordnet („geclustert“)
  • Vorteile:...

Methoden & Methoden der BürgerInnenbeteiligung von AZ

Der Wegweiser Bürgergesellschaft hat eine alphabetische Auflistung ausgewählter Modelle und Methoden der BürgerInnenbeteiligung - jeweils mit Praxisbeispielen erarbeitet, in der online-Übersicht enthalten sind Angaben zu folgenden Methoden und Modellen: AI – Appreciative Inquiry, Aktivierende Befragung, Aktivierende Elemente in der Beratungstätigkeit, Anwaltsplanung, Arbeitsbuchmethode, Bürgerausstellung, Bürgerpanel, Community Organizing, Demokratiewerkstatt, Diskurs, (Walt-) Disney-Methode,...

Wissenslandkarte, Wissenskarten, Knowledge Maps

Wissenskarten sind Werkzeuge des Wissensmanagements. Mit Hilfe von Wissenskarten wird Wissen grafisch in Verzeichnissen dargestellt. Man spricht daher auch von „Kartografierung“ von Wissen. Wissenskarten sind „Metainformationssysteme“, das heißt sie enthalten keine Wissensinhalte, sondern Informationen über Wissen in Form von Hinweisen (vgl. „Pointer-Systeme“) z.B. auf Experten oder Literatur Die Methode eignet sich für kleinere Teams wie zum Beispiel in Kitas, aber auch für größere,...

Runder Tisch (für Kinder)

Runde Tische sind demokratische Gesprächsforen. Möglichst viele relevante Interessengruppen kommen zu einer Problemstellung zusammen und erarbeiten im Konsens Lösungen. Dialogorientierte Beteiligungsverfahren werden für die Konflikt- und Problemlösung politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen immer wichtiger. In der öffentlichen Wahrnehmung steht das Modell des Runden Tisches für einen auf Konsens und Verständigung angelegten diskursiven Politikstil. In Deutschland sind...

Planning for Real: Wenn die Stadt zu den Bürger/innen kommt

Planning for Real ist ein beteiligungsorientiertes Planungsverfahren, welches seit einigen Jahren in Deutschland erfolgreich erprobt und angewandt wird. Der Name kann mit »Planung von unten« oder »Aktiv für den Ort« übersetzt werden. Ein Kerngedanke des Verfahrens ist die Partizipation der Menschen vor Ort: Planning for Real ermutigt Bürgerinnen und Bürger, bei der (Um-)Gestaltung ihrer unmittelbaren Wohn- und Arbeitsumgebung mitzuwirken – sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung von...

6-3-5-Methode

Ziel: Schnelle Ergebnisse zu einfachen Problemstellungen Moderation: nur zum Erklären des Ablaufs und als Zeitnehmer Ablauf: Jeder Teilnehmer erhält ein Blatt, das in 6x3-Kästchen aufgeteilt ist. Sie schreiben in fünf Minuten je drei Ideen in der ersten Zeile (je Spalte eine) zur Lösung eines genau definierten Problems auf. Dieser Ablauf wird insgesamt sechs Mal wiederholt. Nach einigen Minuten - je nach Schwierigkeitsgrad der Problemstellung etwa 3 bis 5...

Rundwünschen

Ziel: Schnelle Ergebnisse zu einfachen Problemstellungen Moderation: nur zum Erklären des Ablaufs Ablauf: Ähnlich der 6-5-3-Methode, aber weniger formell geregelt. Jeder Teilnehmer erhält ein Blatt, auf dem er einen Wunsch zum gestellten Thema oder Problem notiert. Jeder gibt nun sein Blatt an den Nachbarn weiter und es wird ein weiterer Wunsch aufgeschrieben, bis die Blätter voll sind. Es ist auch erlaubt, auf die Wünsche der anderen zu reagieren und an sie anzuknüpfen.

Mind-Mapping/Gedankenbaum

Ziel: Visualisierung von Problemen, Lösungswegen und daraus resultierenden Aufgaben
  • Bildhafte Darstellung von Ideen, sortiert nach Ideensträngen
  • Vernetzung mit anderen „Ästen“ ermöglicht eine Vielzahl neuer Verknüpfungen und ungewöhnlicher Ideen
  • Vorteil: Einfälle sind assoziativ dargestellt und nicht linear
Moderation: Nur für die Visualisierung Vorgehen:
  • Thema wir in der Mitte notiert und ein Kreis darum gezeichnet.
  • Von...

Fischgrät-Diagramm

Ziel: In der Regel Ursachenforschung und Problemanalyse Moderation: Diskussionsleitung und Visualisierung Ablauf: Ausgehend von einer zentralen Problemstellung werden alle möglichen Haupt- und Nebenursachen für ein Problem erfasst und in Gruppen geordnet. Das Diagramm kann als Diskussions- und Bewertungsgrundlage sowie als Leitfaden für den Problemlöseprozess eingesetzt werden.

Brainstorming

Ziele:
  • Schnelle Ideenfindung und Feststellung von Wissensbereichen
  • in kurzer Zeit möglichst viele Ideen oder Vorschlägen zu einem Thema durch die Gruppe sammeln
  • alle Ideen in der Gruppe sammeln und für alle sichtbar visualisieren
  • Vorteil: Ideen in der Gruppe befruchten sich gegenseitig
Moderation: 1 Moderator (pro Gruppe) Ablauf: Die Fragestellung wird klar beschrieben (visualisiert) und Verständnisfragen geklärt. Die vier...

Open Space

Ziel: Schnelle Ergebnisse zu einfachen Problemstellungen Moderation: Vor allem zu Beginn und am Schluss Ablauf: Open Space entstammt der Beobachtung, gerade in Bezug auf Netzwerke, dass auf Veranstaltungen oftmals die Kaffeepausen die besten Ergebnisse bringen. In offener Atmosphäre diskutieren die Teilnehmer über Anliegen, die von ihnen selbst bestimmt sind. Die Gespräche selbst haben keine festgelegte Moderation, so wie auch die Zusammensetzung der Gruppen, die...

World Café / Knowledge-Café

Ziel: schnelle Ideen- und Erkenntnissammlung in größeren Gruppen Moderation: Einhalten der Zeitstruktur und abschließende Moderation des Plenums Ablauf: In einer Kaffeehaus-Atmosphäre sitzen jeweils vier bis fünf Personen an einem runden Tisch. In thematisch aufeinander aufbauenden Gesprächsrunden besprechen sie parallel die gleichen Fragen zum Rahmenthema der Veranstaltung. Wichtige Gedanken werden auf Papiertischdecken festgehalten. Nach jeder Gesprächsrunde wechseln...

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